Humane Papillomaviren (HPV)

Humane Papillomaviren (HPV)

Schutz und Vorsorge

HPV sind sehr häufige Viren, die Haut und Schleimhäute infizieren. Über 200 Typen sind bekannt. 

Man unterscheidet: 

  • Niedrigrisiko-Typen (z. B. HPV 6, 11)
  • Hochrisiko-Typen (z. B. HPV 16, 18) 

Die meisten Infektionen verlaufen unbemerkt und heilen innerhalb von ein bis zwei Jahren spontan aus.

Wie wird HPV übertragen?

HPV wird vor allem durch engen Haut-zu-Haut-Kontakt im Intimbereich übertragen, z. B. beim Vaginal-, Anal- oder Oralsex sowie durch direkten Kontakt mit infizierten Haut- oder Schleimhautarealen.

Bestimmte Gruppen haben ein erhöhtes Risiko für HPV-bedingte Erkrankungen. Dazu gehören u. a.: 

  • Männer, die Sex mit Männern haben (MSM)
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem (z. B. HIV)
  • Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern
  • Menschen, die rauchen

Die Infektion verläuft meist symptomlos und kann auch ohne sichtbare Veränderungen beim intimen Hautkontakt übertragen werden. Kondome können das Risiko verringern, bieten jedoch keinen vollständigen Schutz.

Welche Erkrankungen kann HPV verursachen?

HPV-Niedrigrisiko-Typen können Genitalwarzen hervorrufen. Diese sind gutartige, meist weiche Hautveränderungen im Genital- oder Analbereich. 

HPV-Hochrisiko-Typen können an der Entwicklung bestimmter Krebsarten beteiligt sein. Bei Männern treten HPV-bedingte Krebserkrankungen besonders im Anal-, Penis- sowie im Mund- und Rachenbereich auf.

Wie wird eine HPV-Infektion festgestellt?

Bei auffälligen Befunden kann ein Abstrich durchgeführt werden, bei dem oberflächliche Schleimhautzellen entnommen und im Labor untersucht werden: 

  • durch eine mikroskopische Untersuchung
  • ggf. mit molekulargenetischem Nachweis von HPV (PCR)

Der HPV-Test weist das Virus und den Virustyp zuverlässig nach. Die Abstrichentnahme dauert nur wenige Sekunden und ist meist gut zu tolerieren. Ein routinemäßiges HPV-Screening wird derzeit nur für Frauen im Rahmen des Gebärmutterhals-Screenings empfohlen.
 

Wie kann ich mich schützen?

Die HPV-Impfung schützt in der Regel vor den wichtigsten Hoch- und Niedrigrisiko-Typen (9-valenter Impfstoff). Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für: 

  • Kinder und Jugendliche von 9 bis 14 Jahren
  • Nachholimpfung bis zum 17. Lebensjahr

Die gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernehmen die Kosten.

Therapie bei bestehender Infektion

Eine gezielte Beseitigung des Virus ist nicht möglich. Stattdessen werden die durch HPV verursachten Veränderungen behandelt, etwa mit lokalen Medikamenten, Vereisung oder operativen Verfahren. Auch nach erfolgreicher Behandlung können Warzen erneut auftreten, da das Virus weiterhin im Gewebe verbleiben kann.

Sicherheit durch Information

HPV-Infektionen sind sehr verbreitet. In den meisten Fällen heilt die Infektion innerhalb von ein bis zwei Jahren von selbst aus.

Bleibt eine Infektion mit bestimmten Hochrisiko-Typen bestehen, können sich über Jahre Zellveränderungen entwickeln.

Bei Beschwerden wie Warzen, Blutungen oder Schmerzen im Analbereich sowie Veränderungen im Mund- und Rachenraum (wie z. B. Schluckbeschwerden oder Heiserkeit) sollten Sie frühzeitig ärztlichen Rat einholen.

Auch eine informierte Impfentscheidung trägt zur Prävention bei.

MEHR ERFAHREN

Informationen über viele weitere Vorsorgeuntersuchungen der Labormedizin finden Sie hier