Stockholm3-Test

Stockholm3-Test

Bluttest zur Risikoabschätzung bei Prostatakrebs

  • In Deutschland sterben jährlich über 15.000 Männer an den Folgen von Prostatakrebs (Robert Koch-Institut, Zentrum für Krebsregisterdaten, 2023).
  • Der Stockholm3-Test kann Hinweise auf klinisch relevante Prostatakarzinome liefern.
  • Der Test ermöglicht eine individuelle Risikobewertung durch die Kombination von Genanalysen, Tumormarkern und Patientenangaben.
  • Eine venöse Blutentnahme reicht aus.
  • Der Stockholm3-Test wurde in mehreren groß angelegten klinischen Studien evaluiert.*
  • In Skandinavien seit 2017 im Einsatz
     

Wie funktioniert der Stockholm3-Test?

Stockholm3 kombiniert Proteinmarker, genetische Marker und Patientendaten in einem Algorithmus zur Erkennung von aggressivem Prostatakrebs im Frühstadium.

Früherkennung – verbessert Behandlungsmöglichkeiten

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. In Deutschland werden nach Angaben des Robert Koch-Instituts jedes Jahr mehr als 79.000 Neuerkrankungen diagnostiziert. Wird der Krebs in einem frühen Stadium erkannt, ist er in vielen Fällen gut behandelbar. Da Symptome im Allgemeinen erst spät auftreten, sind Früherkennungsuntersuchungen ratsam, um einen aggressiven Tumor rechtzeitig zu entdecken.

Nachteile des bisherigen Screenings

Zur Früherkennung von Prostatakrebs wird bislang der sogenannte PSA-Test eingesetzt. PSA steht für prostataspezifisches Antigen. Die alleinige Bestimmung des PSA-Wertes hat jedoch Grenzen, da das PSA ein prostataspezifischer Organmarker und kein tumorspezifischer Marker ist. 

So können beispielsweise eine gutartige Prostatavergrößerung oder eine Prostatitis ebenso wie eine Tumorerkrankung zu einer Erhöhung des PSA-Wertes führen. Daher kann derselbe PSA-Wert bei verschiedenen Männern mit einem unterschiedlich hohen Risiko für Prostatakrebs verbunden sein. Zudem schließt ein unauffälliger PSA-Wert einen Prostatakrebs nicht in jedem Fall aus.

Empfehlung zum weiteren diagnostischen Vorgehen

Der Stockholm3-Test berechnet das individuelle Prostatakrebsrisiko. Auf diese Weise liefert der Test Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt eine Empfehlung zur weiteren Vorgehensweise.

Bei niedrigem oder normalem Risiko wird geraten, den Test innerhalb von zwei bis sechs Jahren zu wiederholen. 

Bei erhöhtem Risiko wird eine Abklärung durch eine Urologin oder einen Urologen empfohlen.

Bitte besprechen Sie das Vorgehen mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

Für wen ist der Test geeignet?

Der Stockholm3-Test eignet sich für Männer im Alter von 45 bis 74 Jahren und kann dazu beitragen, Prostatakrebs in einem sehr frühen Stadium zu entdecken.

In den Studien hatte fast die Hälfte der Männer im Alter zwischen 50 und 70 Jahren ein Ergebnis mit einem geringen Risiko, sodass empfohlen wurde, sich erst nach sechs Jahren erneut testen zu lassen. 

Ergebnisse aus den Studien

  • In der STHLM3-Studie (Grönberg et al., 2015) wurden mit dem Stockholm3-Test mehr aggressive Karzinome erkannt als mit PSA allein.
  • In der STHLM3-MRI-Studie (Eklund et al.,2021) reduzierte die Kombination aus Stockholm3-Test + MRT die Zahl unnötiger Biopsien um etwa 50 Prozent.
  • Der Stockholm3-Test berücksichtigt dabei auch Männer mit unauffälligem PSA-Wert.

Privat vorsorgen

Der Test wird von den gesetzlichen Krankenversicherungen nicht erstattet. Sie können privat im Sinne einer individuellen Gesundheitsleistung (IGeL) vorsorgen und die Untersuchung selbst bezahlen.

Informationen über viele weitere Vorsorgeuntersuchungen der Labormedizin finden Sie hier

*Grundlage sind u. a. die Studien von Grönberg et al. (Lancet Oncol. 2015) und Eklund et al. (N Engl J Med. 2021).