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Welt-HPV-Tag am 4. März: Bedeutung der HPV-Diagnostik in der Zervixkarzinom-Früherkennung

Etwa 80 Prozent der HPV-Infektionen verlaufen transient und heilen innerhalb von ein bis zwei Jahren spontan aus. Persistiert die Infektion, kann es über einen Zeitraum von durchschnittlich 10 bis 15 Jahren zu zellulären Veränderungen kommen, die eine maligne Transformation begünstigen.

In Deutschland sterben jährlich etwa 1.400 Frauen an den Folgen eines Zervixkarzinoms (Stand 2022). Durch strukturierte Früherkennungsprogramme konnte die Inzidenz in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesenkt werden.

Organisierte Zervixkarzinom-Früherkennung seit 2020

Seit Januar 2020 erfolgt die Früherkennung als organisiertes Screening-Programm:

  • 20 – 34 Jahre: jährliche zytologische Untersuchung
  • ≥35 Jahre: Ko-Testung alle 3 Jahre (Zytologie plus HPV-DNA-PCR)

HPV-DNA-PCR und Genotypisierung

Im Rahmen des Screenings erfolgt der Nachweis mittels hochsensitiver HPV-DNA-PCR. Erfasst werden 14 für das Zervixkarzinom relevante Typen:

HPV 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59, (66), 68 

Klinisch werden diese in Hochrisiko-, intermediäre und Niedrigrisiko-Typen differenziert, wobei insbesondere HPV 16 und 18 mit einem erhöhten Progressionsrisiko assoziiert sind:

  • hoch: HPV 16, 18
  • intermediär: HPV 31, 33, 35, 45, 52, 58
  • niedrig: HPV 39, 51, 56, 59, (66), 68

(HPV 66 wird von der International Agency for Research on Cancer (IARC) derzeit nicht als obligat karzinogen eingestuft.)

Die Kombination aus morphologischer Beurteilung und molekularbiologischer Typisierung ermöglicht: 

  • Detektion persistierender Infektionen
  • risikoadaptierte Abklärung auffälliger Befunde
  • differenzierte Verlaufsbeurteilung

Die HPV-Diagnostik ist sowohl im Primärscreening als auch in der Abklärungsdiagnostik etabliert.

Für die Ko-Testung stellen wir Ihnen ein Abnahmesystem zur Verfügung, das sowohl für die zytologische Untersuchung als auch für die HPV-PCR geeignet ist.

HPV-Impfung

Die STIKO empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen im Alter von 9 – 14 Jahren. Es ist davon auszugehen, dass die zunehmende Impfquote langfristig zu einer weiteren Reduktion der Inzidenz und Mortalität HPV-assoziierter Neoplasien beitragen wird.

Bei Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung: 

Dr. Roger Grosser
Facharzt für Laboratoriumsmedizin
FA für Mikrobiologie, Virologie 
und Infektionsepidemiologie 
E-Mail: r.grosser(at)wisplinghoff.de

Prof. Dr. Henrik Griesser
Facharzt für Pathologie, Molekularpathologie 
und gynäkologische Exfoliativzytologie (MIAC)
E-Mail: h.griesser(at)wisplinghoff.de

Dr. Matthias Cramer
Facharzt für Pathologie (MIAC)
E-Mail: m.cramer(at)wisplinghoff.de 

Quellen:

Zentrum für Krebsregisterdaten, Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)
RKI-Ratgeber “Humane Papillomviren”; Stand 22.12.2023, Erscheinungsdatum 28.06.2018
Kassenärztliche Bundesvereinigung, Infoblatt “Früherkennung Gebärmutterhalskrebs”, 30.06.2023