Die Bedeutung der Genotypisierung ergibt sich vor allem aus den großen Risiko-Unterschieden zwischen den einzelnen HPV-Typen und den damit verbundenen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen. Auch die Abgrenzung einer persistierenden Infektion gegenüber einer passageren Rekolonisation mit einem anderen HPV-Typ lässt sich nur mittels Genotypisierung klären. Hier kann bei Verlaufskontrollen bei einer nachgewiesenen HPV-Infektion und vor einer HPV-Impfung überprüft werden, ob die bei der Primäruntersuchung nachgewiesenen HPV-Genotypen sich z.B. in ihrem Verteilungsmuster verändert haben, d.h. dass es sich somit eher um eine transiente Infektion handelt oder ob gegebenenfalls ein definierter Genotyp bereits eine persistierende Infektion darstellt. Wie wird der HPV-Genotyp bestimmt?
Die Bestimmung erfolgt mittels DNA-Array und erlaubt den schnellen und exakten Nachweis von HPV-DNA im zervikalen Abstrich. Mit dem CE-zertifizierten Test können die häufigsten, insgesamt 24 verschiedenen HPV-Genotypen (6x low-risk, 18x high-risk) direkt nachgewiesen werden. Nach der PCR-Amplifikation erfolgt eine Hybridisierung auf den Array, anschließend die Detektion mittels hochauflösender Microarray-Scannern. Die ebenfalls auf dem Array integrierten Kontrollen (5 Systeme) gewährleisten die hohe Sicherheit des Tests. Die Sensitivität liegt bei 98 Prozent. Als Befund wird eine Auflistung der nachgewiesenen HPV-Genotypen und deren Risikoklassifikation mitgeteilt. _______________________________________________________________________ Literatur:
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