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Ausnahmekenn­ziffern

Ausnahmekenn­ziffern

Ausnahmekennziffern

32005Antivirale Therapie der chronischen Hepatitis B oder C mit Interferon und/oder Nukleosidanaloga
32006

Erkrankungen oder Verdacht auf Erkrankungen, bei denen eine gesetzliche Meldepflicht besteht, sofern in diesen Krankheitsfällen mikrobiologische, virologische oder infektionsimmunologische Untersuchungen durchgeführt werden oder Krankheitsfälle mit meldepflichtigem Nachweis eines Krankheitserregers

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32007Vorsorgeuntersuchungen gemäß den Mutterschafts-Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen, soweit die Leistungen nach Kapitel 32 abzurechnen sind oder prä- bzw. perinatale Infektionen
32008Anfallsleiden unter antiepileptischer Therapie oder Psychosen unter Clozapintherapie
32009Allergische Erkrankungen bei Kindern bis zum vollendeten 6. Lebensjahr
32011Therapiepflichtige hämolytische Anämie, Diagnostik und Therapie der hereditären Thrombophilie, des Antiphospholipidsyndroms oder der Hämophilie
32012Tumorerkrankung unter parenteraler tumorspezifischer Behandlung oder progrediente Malignome unter Palliativbehandlung
32013Diagnostik und Therapie von Fertilitätsstörungen, soweit die Laborleistungen nicht Bestandteil der Leistungen nach den Nummern 08530 bis 08561 sind
32014Substitutionsgestützte Behandlung Opiatabhängiger gemäß den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesauschusses
32015Orale Antikoagulantientherapie
32016Präoperative Labordiagnostik vor ambulanten oder belegärztlichen Eingriffen in Narkose oder
in rückenmarksnaher Regionalanästhesie
32017Manifeste angeborene Stoffwechsel- und/oder endokrinologische Erkrankung(en) bei Kindern und Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr oder Mukoviszidose
32018Chronische Niereninsuffizienz mit einer endogenen Kreatinin-Clearance < 25 ml/min
32019Erkrankungen unter systemischer Zytostatika-Therapie und/oder Strahlentherapie
32020HLA-Diagnostik vor und/oder Nachsorge unter immunsuppressiver Therapie nach allogener Transplantation eines Organs oder hämatopoetischer Stammzellen
32021Therapiebedürftige HIV-Infektionen
32022Manifester Diabetes mellitus
32023Rheumatoide Arthritis (PCP) einschl. Sonderformen und Kollagenosen unter immunsuppressiver oder immunmoduliesender Langzeit-Basistherapie

Änderung des EBM für humangenetische Leistungen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Krankenkassen haben zum 1. Juli 2016 umfassende EBM-Änderungen beschlossen, die die humangenetischen Leistungen betreffen. Humangenetische Leistungen werden zukünftig im EBM gegliedert in:

  • konstitutionelle genetische Untersuchungen (Kapitel 11.4)
  • tumorgenetische Untersuchungen (neu geschaffenes Kapitel 19.4)

Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick

  • Die Leistungen der neu gefassten Abschnitte 11.4 und 19.4 belasten nicht das Laborbudget des beauftragenden Arztes.
  • Die Ausnahmekennziffer 32010 wurde ersatzlos gestrichen.

Die Anforderungen erfolgen wie bisher über einen Überweisungsschein Muster 10 – die Indikation muss klar angegeben sein.

Kapitel 11.4 "In-vitro-Diagnostik konstitutioneller genetischer Veränderungen"

Unter anderem finden sich folgende Untersuchungen im Kapitel 11.4, die entsprechend nicht das Laborbudget des Arztes belasten:

  • Lactoseintoleranzgentest bzw. die damit verbundenen Untersuchungen
  • Chromosomenanalysen (z. B. Klinefelter-Syndrom)
  • Untersuchungen auf jegliche Form von MODY (Maturity Onset Diabetes of the Young)
  • Cystische Fibrose (gezielte Untersuchung auf die häufigsten Mutationen im CFTR-Gen)
  • Fragiles-X-Syndrom (Analyse einer Repeat-Expansion)
  • Morbus Wilson (Kupferspeicherkrankheit; Mutation im Gen ATP7B auf Chromosom 13)
  • Kleinwuchs (Suche nach Mutation im SHOX-Gen)
  • genetische Untersuchungen auf Thalassämie

Kapitel 32.3.14 "Molekulargenetische Untersuchungen"

Die "Untersuchungen bei Risikoallelen" des bisherigen Abschnitts 11.4.1 wurden gestrichen und sind nun vollständig in Abschnitt 32.3.14 (zum Beispiel Thrombophilien) beziehungsweise in Kapitel 32.3.15.2 (zum Beispiel HLA-B27) abgebildet.

Für folgende drei Untersuchungen des Kapitels 32.3.14 bietet sich gegebenenfalls die Ausnahmekennziffer 32011 an ("Therapiepflichtige hämolytische Anämie, Diagnostik und Therapie der hereditären Thrombophilie, des Antiphospholipidsyndroms oder der Hämophilie"):

  • Faktor-V-Leiden-Mutation
  • Prothrombin-Mutation
  • MTHFR-Mutation (mögliche Ursache einer erhöhten Homocysteinkonzentration; GOP 32863)

Hämochromatose: Aufgrund der Streichung des Abschnitts 11.4.1 wurde die GOP 32864 zur Berechnung der HFE-Genotypisierung bei Verdacht auf Hämochromatose neu in den Unterabschnitt 32.3.14 aufgenommen.

Als einzige pharmakogenetische Untersuchung wurde die "Genotypisierung zur Bestimmung des CYP2D6-Metabolisierungsstatus vor Gabe von Inhibitoren der Glukozerebrosid-Synthase bei Morbus Gaucher Typ 1 gemäß der Zusammenfassung der Merkmale eines Arzneimittels (Fachinformation)" in Abschnitt 32.3.14 aufgenommen (GOP 32865).

Andere pharmakogenetische Untersuchungen stellen derzeit keine vertragsärztlichen Leistungen dar.  

Kapitel 32.3.15.2 "Allgemeine immungenetische Untersuchungen"

Alle HLA-Typisierungen für krankheitsassoziierte HLA-Typen wie HLA-B27 oder HLA-DQ2 und HLA-DQ8 belasten das Laborbudget, soweit keine Ausnahmekennziffer aufgrund einer gegebenen klinischen Konstellation zur Anwendung kommt.