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Diagnose-Algorithmen Hypophysenregion

Diagnose-Algorithmen Hypophysenregion

Hypophysenvorderlappen-Insuffizienz

Klinik: Initiale Symptome sind Zyklusstörungen bei der Frau und Abnahme der Libido beim Mann. Bei fortgeschrittener Insuffizienz kommen die Beschwerden des Cortisol- und gegebenenfalls auch des Schilddrüsenhormonmangels hinzu (Abnahme der Leistungfähigkeit, Abgeschlagenheit, Infektanfälligkeit u.v.m.).

Diagnostik  (1 x Serum und 1 x EDTA): FSH, LH, Östradiol (bei der Frau), Testosteron (beim Mann), HGH, IGF-1, Prolaktin, Cortisol, ACTH, TSH, FT3 und FT4

Der Cortisol- und auch der Wachstumshormonmangel kann häufig nicht mit einer basalen Untersuchung ausgeschlossen werden, hier empfehlen sich dann Funktionsteste (v. A. CRH-Test und GHRH-Test).

Hypophysenhinterlappen-Insuffizienz

Klinik: Die Hypophysenhinterlappen-Insuffizienz führt zu einem Diabetes insipidus.

Diagnostik (1 x Serum): Am besten geeignet ist die Bestimmung von Copeptid (Prohormon des ADH) nach einer achtstündigen Durstperiode (Übernachtdursten, sofern möglich). Nur bei nicht eindeutigem Ergebnis ist ein vollständiger Durstversuch in ambulantem Setting erforderlich.

Hormonaktive Hypophysenadenome

Klinik: Hypophysenadenome sind meistens hormoninaktiv oder bilden Prolaktin (Prolaktinom). Seltener sezernieren sie Cortisol (Cushing-Syndrom), Wachstumshormon (Akromegalie) und extrem selten auch TSH (TSHom). Zum Ausschluss einer Hormonaktivität einer hypophysären Raumforderung ist folgendes geeignet:

Diagnostik (1 x Serum und 1 x EDTA): Prolaktin, Cortisol, ACTH, IGF-1, HGH, TSH, FT3 und FT4.

Das Cushing-Syndrom und die Akromegalie können häufig nicht mit einer basalen Untersuchung ausgeschlossen bzw. nachgewiesen werden, hier empfehlen sich weitere Funktionstestungen (u. a. Dexamethason-Hemmtest, oraler Glucosesuppressionstest).

Wachstumshormon-Mangel (beim Kind)

Diagnostik (1 x Serum): Zur Basisuntersuchung dient die Bestimmung von IGF-1 und IGF-BP3. Diese Proteine werden auf Reiz des Wachstumshormons in der Leber gebildet und schwanken im Tagesverlauf nicht signifikant. Das Wachstumshormon selber ist im Tagesverlauf meist nicht messbar niedrig und steigt nur nach dem Essen, bei Stress oder während des Schlafes an. Dennoch sollte es mitbestimmt werden, da ein zufällig gemessener GH-Wert von > 10 ng/ml bereits einen Mangel ausschließt.

Bei Hinweis auf einen Wachstumshormonmangel muss dieser – sofern eine Wachstumshormonsubstitution vorgesehen ist – durch zwei unterschiedliche Funktionsteste bestätigt werden (GHRH-Test, Arginin-Test, Clonidin-Test usw.).