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Ursachenforschung

Etwa die Hälfte aller Todesursachen in Deutschland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen infolge Arteriosklerose wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Viele Risikofaktoren dafür sind heute allgemein bekannt:

  • Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel: Diese Risikofaktoren kann jeder beeinflussen - mit oder ohne professionelle Hilfe.

  • Hochdruck, Blutzucker, Cholesterin: Diese Risikofaktoren können Sie von Ihrem Arzt überprüfen lassen. Er wird Sie beraten und, falls erforderlich, behandeln. Neue Forschungen haben einen weiteren wichtigen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ermittelt:

  • Homocystein: Nach neuen Erkenntnissen ist Homocystein ein weiterer wichtiger und unabhängiger Risikofaktor für Gefäßverkalkung. Homocystein erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, also für Herzinfarkt und Schlaganfall sowie für Durchblutungsstörungen - möglicherweise auch für Altersdemenz. Homocystein wird für etwa 10 % des Gesamtrisikos verantwortlich gemacht.

Bei Vorliegen anderer Risikofaktoren (s. o.) kann Homocystein das Gesamtrisiko weiter erhöhen.

Was ist Homocystein?

Homocystein entsteht im menschlichen Körper als Zwischenprodukt beim normalen Nahrungsabbau in den Zellen. Weil Homocystein ein schädliches Stoffwechselprodukt ist, wird es in den Zellen chemisch weiter um- oder abgebaut. Dazu werden so genannte Enzyme benötigt und bestimmte Vitamine: die Vitamine Folsäure, B6 und B12.

Wie erfährt man seinen Homocysteinwert?

Der Homocysteinwert im Blut kann im Labor einfach und sicher bestimmt werden.

Wie hoch soll der Homocysteinwert sein?

Der Homocysteinwert sollte möglichst niedrig sein, am besten unter 10 umol/l (Normbereich bis 12 umol/l). Schon ab etwa 10 umol/l lässt sich ein Risikoanstieg aufzeigen, dabei haben wohl über 50 % der Gesamtbevölkerung einen Homocysteinspiegel über 10 umol/l. 5-10 % der Allgemeinbevölkerung und bis zu 40 % der Patienten mit Gefäßkrankheiten haben Werte über 12 umol/l.
* Quelle: Konsensuspapier der D.A.CH.-Liga Homocystein über den rationellen klinischen Umgang mit Homocystein, Folsäure und B-Vitaminen bei kardiovaskulären und thrombotischen Erkrankungen-Richtlinien und Empfehlungen J.cardiol.2003.10(5).

Woher kommen erhöhte Homocysteinwerte?

Meistens liegt ein Vitaminmangel zugrunde, der in der Regel ernährungsbedingt ist. Manchmal liegt (eventuell zusätzlich) eine familiäre erbliche Störung der Enzyme vor. Auch Erkrankungen der Niere, der Schilddrüse oder bestimmte Medikamente können zu einem erhöhten Homocysteinspiegel beitragen.

Was tun gegen erhöhte Homocysteinwerte?

Häufig lässt sich eine Senkung von erhöhten Homocysteinwerten durch Gabe der Vitamine Folsäure, B6 und B12 erreichen. Ihr Arzt kann Ihnen ein geeignetes Präparat und die richtige Dosierung empfehlen. Er kann auch den Therapieerfolg kontrollieren und gegebenenfalls weitere Untersuchungen veranlassen.

Wer sollte den Homocysteinwert bestimmen lassen?

  • Patienten, die bereits an atherosklerotischthrombotischer Gefäßkrankheit leiden.

  • Risikopatienten (Patienten mit Hochdruck, Zuckerkrankheit, erhöhtem Cholesterin, Übergewicht, Rauchen usw.) .

  • Jeder Gesundheitsbewusste, der im Rahmen einer Vorsorge-Untersuchung sein persönliches Risikoprofil feststellen will.