Als Standard in der Krebsvorsorge/Krebsfrüherkennung des Zervixkarzinoms (Gebärmutterhalskrebs) gilt seit über 50 Jahren die Färbung nach Papanicolau von Abstrichen aus dem Gebärmuttermund mit anschließender mikroskopischer Klassifizierung der Zellen (PAP-Test). Der breite Einsatz dieses Tests hat dazu geführt, dass die Anzahl von Neuerkrankungen und Todesfällen an dieser Erkrankung in der westlichen Welt durch Früherkennung und rechtzeitige Therapie um mehr als 50% gesenkt werden konnte. Dennoch ist das Zervixkarzinom auch heute noch die zweithäufigste Krebserkrankung der Frau. Allein in Deutschland werden jährlich ca. 7.000 Neuerkrankungen und mehr als 2.500 Todesfälle registriert.





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Inzwischen kann als gesichert gelten, dass es sich bei dem Zevixkarzinom um eine virusinduzierte Krebserkrankung handelt. In fast allen manifesten Karzinomen und deren Vorstadien ist DNA bestimmter Subtypen des humanen Papillomavirus HPV nachweisbar. Die Infektion mit bestimmten onkogenen (krebserzeugenden) HPV-Typen gilt als eine der Voraussetzungen für die Entstehung von Zervixkarzinom.
Mit dem HPV-DNA-Test steht jetzt ein hochsensitiver molekularbiologischer Test zum Nachweis der onkogenen (krebserzeugenden) HPV-Genotypen zur Verfügung. Der Test dient zum qualitativen Nachweis von 18 HPV-Typen in Zervixabstrichproben und kann 5 so genannte „Low Risk-Typen“ mit niedrigem kanzerogenen Potenzial und 13 „High Risk-Typen“ mit mittlerem bis hohem kanzerogenen Potenzial erfassen. Der HPV-Test kann wichtige Zusatzinformationen bieten als Zweittest bei unklarem PAP-Befund, als Erfolgskontrolle bei behandelten Patientinnen, als Prognosefaktor bei PAP III und zum Primärscreening bei Rezidivverdacht.
Zunehmend wird der Test auch in der Vorsorge etabliert: Bevölkerungsstudien haben gezeigt, dass sich die meisten sexuell aktiven Erwachsenen irgendwann eine HPV-Infektion zuziehen. Die Infektion bleibt in der Regel unbemerkt und heilt bei den meisten Frauen innerhalb einiger Monate spontan (von selbst) aus. In manchen Fällen jedoch bleibt das Virus im Körper erhalten und kann nach Jahren bei Hinzukommen weiterer Kofaktoren zur Entstehung von Gebärmutterhalskrebs führen. Knapp 10 % der infizierten Frauen entwickeln nach zehn bis zwanzig Jahren ein Zervixkarzinom. Für Vorsorge-/Screening-Untersuchungen gilt: Jüngere Frauen sind häufiger HPV-positiv (bis zu 25% für Hochrisiko-Typen). Frauen über 35 Jahren sind seltener HPV-positiv (4-5 %), bei ihnen wird dieser Befund jedoch anders gewichtet, wenn man unterstellt, dass die Infektion in den meisten Fällen schon seit längerem besteht. Nur mit einer persistierenden Infektion mit onkogenen HPV-Typen ist ein Risiko für eine Zervixerkrankung vergesellschaftet. Der HPV-Test ist eine Screening-Untersuchung auf humane Papillomaviren und kein „Krebstest“.
Da der Test hochspezifisch ist, hat ein negativer Befund einen hohen Aussagewert. Ein positiver Befund zeigt kein Zervixkarzinom an, sondern eine Infektion mit Papillomaviren. Zusätzlich zur empfohlenen jährlichen gynäkologischen Krebsvorsorge mit zytologischer Untersuchung (PAP-Test), bringt der HPV-Test eine bessere Empfindlichkeit (höhere Sensitivität) und damit mehr Sicherheit für die Vorsorge/Früherkennung des Zervixkarzinoms.