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Vorsorge Darmkrebs

Unter Darmkrebs - die medizinische Bezeichnung lautet kolorektales Karzinom - versteht man Krebserkrankungen des Dickdarms bis zum Darmausgang. Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland mit jährlich über 50.000 Neuerkrankungen und stellt mit etwa 30.000 Todesfällen die zweithäufigste Krebstodesursache dar.

Warum Vorsorge?

Frühzeitig entdeckt, ist Darmkrebs zu über 90% heilbar. Aber: Darmkrebs im Frühstadium verursacht keinerlei Beschwerden. Wenn Symptome oder Beschwerden auftreten, ist es in der Regel schon zu spät. Frühzeitige Entdeckung ist also nur mit einer Vorsorgeuntersuchung möglich.

Welche Vorsorgeuntersuchung?

Als Vorsorgeuntersuchung kommt neben der Darmspiegelung (Koloskopie) dem Nachweis von Blut im Stuhl eine besondere Rolle zu. Der Nachweis von geringen (meist nicht sichtbaren) Blutbeimengungen im Stuhl, kann der einzige Hinweis auf das Vorliegen von Darmkrebs bzw. Krebsvorstufen sein. Bei positivem Testergebnis (also bei Nachweis von Blut im Stuhl) veranlasst der Arzt in der Regel eine Darmspiegelung (Koloskopie). Dann kann - oftmals rechtzeitig und gezielt - eine Therapie eingeleitet werden.

Blutnachweis mit chemischen Methoden (Testbriefchen)

Dies ist das älteste Testverfahren (relativ störanfällig) und Bestandteil des schon in den 70er Jahren aufgelegten gesetzlichen Früherkennungsprogramms sowie der geänderten Krebsfrüherkennungs-Richtlinien ab 1.10.2002.
Siehe hierzu Merkblatt zur Darmkrebs-Früherkennung, Patienten- Information des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen: http://www.kvn.de/kvn/content/internet/kvs/hauptgeschaeftsstelle/013/08/MblDarmkrebs.pdf
Als IGeL (Individuelle GesundheitsLeistung), also als zusätzliche private Vorsorgeuntersuchung, die der Patient selbst bezahlt, werden verschiedene Tests zur optimierten Darmkrebs-Vorsorge angeboten. Ihr behandelnder Arzt kann Sie bei der Auswahl beraten.

Immunologischer Test - Nachweis von Hämoglobin

Die Untersuchung erfasst mit spezifischen Antikörpern ausschließlich den menschlichen roten Blutfarbstoff (Hämoglobin). Der Test ist hochsensitiv (empfindlich). In Studien konnte gezeigt werden, dass im Vergleich zum chemischen Test deutlich mehr Fälle von Darmkrebs - auch in frühen Stadien - erkannt werden, und dass darüber hinaus auch Vorstufen erfasst werden können.

Zusätzliche Untersuchung auf Hämoglobin-Haptoglobin-Komplex

Die gleichzeitige zusätzliche Untersuchung auf den Hämoglobin-Komplex, in welchem das Hämoglobin vor schnellem Abbau im Darm geschützt wird, soll die Empfindlichkeit des oben erläuterten Tests noch steigern und bewirken, dass auch höher gelegene (rechtsseitige) Blutungsquellen erfasst werden können. Zusätzlich werden weitere Tests angeboten. Sie dienen nicht dem Nachweis von Blut im Stuhl, sondern nutzen andere Parameter, um einen Tumorverdacht festzustellen:

Calprotectin

Der Test erkennt akute Entzündungen und Entzündungsschübe des Darmtraktes. Er bietet eine Differenzierung zwischen chronischen Darmentzündungen und einem Reizdarmsyndrom. Calprotectin ist darüber hinaus auch geeignet zum Nachweis von Polypen (auch nichtblutenden) und kolorektalen Karzinomen.

M2-PK (Tumor-M2-Pyruvatkinase)

Der Test weist mit Hilfe monoklonaler Antikörper das Stoffwechselenzym Tumor-M2-Pyruvatkinase im Stuhl nach, das von Tumorzellen vermehrt gebildet wird