Die Überprüfung mit Bioindikatoren muss zweimal pro Jahr bzw. nach 400 Chargen erfolgen.
Es werden Bioindikatoren für die Überprüfung von Sterilisatoren zur Verfügung gestellt. Der Einsender bekommt auf Anforderung die entsprechende Anzahl Sporenpäckchen plus eine Transportkontrolle unter Beifügung eines Protokollbogens zugeschickt.
Die Sporenpäckchen befinden sich in einem Pergaminumschlag, der nicht entfernt werden darf. Diese sind in derselben Weise wie das zu sterilisierende Gut zu verpacken bzw. einzulegen (Container, Folie, Vlies, bei Großsterilisatoren ins Wäschepaket). Die Prozessparameter der Sterilisation, Positionierung sowie die Chargennummer der Sporenpäckchen müssen auf dem Protokollbogen angegeben werden.
Die Transportkontrolle darf nicht dem Sterilisationsverfahren ausgesetzt werden, sondern wird unbenutzt zurückgeschickt, sie dient als Wachstumskontrolle. Die Sporenstreifen werden in der Kammer des Sterilisators verteilt, die Positionen müssen auf dem Begleitschein angegeben werden.
Nach Ablauf des Sterilisationsprozesses müssen die Sporenpäckchen zusammen mit der Transportkontrolle ins Labor geschickt werden.
Vor und nach dem Gebrauch werden sie bei Zimmertemperatur trocken gelagert. Eingesandte Proben werden innerhalb von maximal 24 Stunden bearbeitet.
Für die Überprüfung von RDGs werden als Prüfkörper Edelstahlschrauben bzw. Schläuche verwendet, die mit einer Prüfanschmutzung (in Blut suspendierter Enterococcus faecium) als Bioindikator kontaminiert sind und vom Labor zur Verfügung gestellt werden. Die Anzahl der Prüfkörper ist abhängig von Größe und Art des RDGs.
Die Prüfkörper werden zwischen die Instrumente im RDG positioniert, die jeweilige Position im Gerät wird auf dem beiliegenden Formblatt protokolliert. Das Programm läuft wie gewohnt ab. Ein Prüfkörper wird nicht mit in das Gerät gegeben (Transportkontrolle). Nach Ablauf des Programms werden die Schrauben bzw. Schläuche mit jeweils einer sterilen Pinzette oder einem sterilen Handschuh entnommen und in je ein steriles Röhrchen gegeben. Dann soll ein schneller Transport zum Labor erfolgen. Falls eine Lagerung unumgänglich ist: bei +4 bis +8°C.
Folgende Einflussgrößen und Störfaktoren können das Ergebnis beeinflussen:
- Nichtbeachtung des Haltbarkeitsdatums der Prüfkörper
- falsche Lagerung der Prüfkörper
- zu lange Transportzeit
- sekundäre Kontamination bei der Entnahme der Proben.
Für die Überprüfung der Desinfektionswirkung von Steckbeckendesinfektionsgeräten und Geschirrspülmaschinen werden als Prüfkörper Edelstahlplättchen verwendet, die mit einer Prüfanschmutzung (in Rinderalbumin, Muzin und Stärke suspendierter Enterococcus faecium) kontaminiert sind. Die Prüfkörper werden im Gerät verteilt und befestigt. Die Anzahl variiert je nach Größe des Gerätes. Die kontaminierte (verschmutzte) Seite des Prüfkörpers muss nach außen zeigen, damit sie dem Wasserstrahl voll ausgesetzt ist. Das Programm läuft wie gewohnt ab. Ein Prüfkörper wird nicht mit in die Maschine gegeben, er dient als Transportkontrolle. Nach Beendigung des Spülvorgangs werden die Muzinträger kontaminationsfrei entweder mit sterilen Handschuhen oder mit Pinzetten in jeweils ein steriles Röhrchen überführt. Die Position der Prüfkörper muss auf dem Protokollbogen vermerkt werden. Dann soll ein schneller Transport zum Labor erfolgen. Falls eine Lagerung unumgänglich ist: bei +4 bis +8 °C.
Folgende Einflussgrößen und Störfaktoren können das Ergebnis beeinflussen:
- Nichtbeachtung der Haltbarkeitszeit der Prüfkörper
- falsche Lagerung der Prüfkörper
- zu lange Transportzeit
- sekundäre Kontamination bei der Entnahme der Proben
Für die Überprüfung der Desinfektionswirkung von Wäschewaschmaschinen wird ein Prüfset zur Verfügung gestellt, bestehend aus mit dem Indikatorbakterium Enterococcus faecium getränkten Leinenläppchen in Leinensäckchen und dem Protokollblatt. Die Prüfkörper werden mit Sicherheitsnadeln an Wäschestücken befestigt und in der Maschine verteilt; das Leinensäckchen darf nicht geöffnet werden. Pro Waschmaschinenkammer werden 5 Prüfkörper verwendet. Das Waschprogramm läuft wie gewohnt ab. Ein Prüfkörper wird nicht mit in die Maschine gegeben, es dient als Transportkontrolle. Nach Ablauf des Programms wird jedes Säckchen einzeln in einen Plastikbeutel gegeben. Dann soll ein schneller Transport zum Labor erfolgen. Falls eine Lagerung unumgänglich ist: bei +4 bis +8C.
Zur Überprüfung der fertigen Wäsche können zusätzlich Abdruckuntersuchungen mit Rodac-Platten durchgeführt werden. Die Anleitung ist im Kapitel „Untersuchung von Arbeitsflächen, Körperoberflächen und Gegenständen mittels Kontaktkulturen (Rodac-Platten), Sedimentationsplatten und Abstrichen“ beschrieben.
Folgende Einflussgrößen und Störfaktoren können das Ergebnis beeinflussen:
- Nichtbeachtung des Haltbarkeitsdatums der Prüfkörper
- falsche Lagerung der Prüfkörper
- Prüfkörper nicht einzeln in Tüten verpackt
- sekundäre Kontamination bei der Entnahme der Proben
Die RKI-Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention schreibt die Endoskopprüfung in Krankenhäusern vierteljährlich vor; dies gilt auch für Praxen, die vom Gesundheitsamt bzw. der Bezirksregierung begangen werden. Darüber hinaus beauftragt die KV Nordrhein im Rahmen der Qualitätssicherungsvereinbarung der KV zur Koloskopie, und schließlich führen Praxen freiwillige Überprüfung von Endoskopen durch.
Für die Prüfung flexibler Endoskope werden qualitative und quantitative Untersuchungen von Abstrichen und Spülflüssigkeiten zum Nachweis von Bakterien und Pilzen eingesetzt. Darüber hinaus erfolgt ein Hemmstofftest zum Nachweis antibakteriell wirksamer Substanzen (Desinfektionsmittelrückstände).
Zur Dokumentation müssen Datum und Uhrzeit der Probenahme und Name des Probenehmers auf dem Protokollbogen eintragen werden. Ferner müssen Hersteller, Typ und Seriennummer des Endoskopes sowie das Aufbereitungsverfahren auf dem Protokollbogen notiert werden.
Vor dem Untersuchungsgang ist eine hygienische Händedesinfektion durchzuführen.
Untersuchungsgang:
- die Abstrichtupfer mit steriler physiologischer NaCl-Lösung anfeuchten
- Abstriche vom distalen Ende und ggf. außerdem vom Albaran-Hebel nehmen
- 20ml sterile physiologische NaCl-Lösung aufziehen, von Hilfskraft in den Arbeits- (= Instrumentier- = Biopsie-) Kanal spritzen und in einem sterilen Röhrchen auffangen
- Gerät an die Einheit anschließen und 20ml aus dem Optikspülsystem durch den Luft-Wasser-Kanal in ein steriles Röhrchen laufen lassen
- Optikspülflasche von der Einheit abnehmen, Flasche aufschrauben und 20ml in ein steriles Röhrchen gießen.
Bei Bronchoskopen wird der Arbeitskanal durchgespült und eventuell der Absaugkanal unter Zwischenschaltung einer Sekretfalle; es ist kein Optikspülsystem vorhanden.
Falls eine Untersuchung des RDG E erforderlich ist: mit einer sterilen Spritze 20 ml Flüssigkeit aus dem „Pumpensumpf“ entnehmen und in ein steriles Röhrchen geben.
Die Proben werden – wenn die Entnahme durch das Laborpersonal erfolgte - in Kühltaschen mit Kühlaggregaten transportiert oder sie werden mit dem Haustransport oder per Post ins Labor transportiert.
Falls kein unmittelbarer Transport ins Labor erfolgen kann, wäre eine Lagerung für maximal 6 Stunden bei 2-8°C möglich.
Folgende Einflussgrößen und Störfaktoren können das Ergebnis beeinflussen:
- Kontamination der Proben bei der Entnahme
- zu langer Transport
- Bei Einsendungen durch die Praxen: zu geringe Volumina
Die folgenden Untersuchungen dienen der Prüfung der Keimbelastung von Oberflächen, der Prüfung der Händedesinfektion des Personals sowie der Umgebungsuntersuchung bei Kontaminationsverdacht.
Für die Prüfung von Oberflächen wird das feste Kulturmedium (Rodac-Platte) auf die zu untersuchende Stelle 10 Sekunden leicht und ohne diese zu verschieben aufgedrückt. Die Rodac-Platte hat eine Fläche von 25cm2, so dass für die Auswertung die Anzahl der Mikroorganismen pro Fläche angegeben werden kann.
Für unzugängliche Stellen (z.B. Abluftgitter, Heizkörper, Fugen) wird ein angefeuchteter Abstrichtupfer verwendet. Die Angabe der Keimzahl erfolgt hier semiquantitativ.
Sedimentationsplatten werden geöffnet für 4 Stunden in dem zu untersuchenden Bereich aufgestellt, auf welche die in der Luft befindlichen Mikroorganismen sedimentieren und Kolonien bilden.
Abdruckplatten und Sedimentationsplatten können bis zum Verfallsdatum im Kühlschrank gelagert werden, Deckel nach unten. Nach Probennahme müssen die Materialien so schnell wie möglich ins Labor geschickt werden.
Folgende Einflussgrößen und Störfaktoren können das Ergebnis beeinflussen:
- Nichtbeachtung des Haltbarkeitsdatums der Kulturmedien
- falsche Lagerung der Kulturmedien (Eintrocknung)
- falsche Abnahmetechnik
- Kondenswasser über die Platte gelaufen
- Platten durch schnell wachsende oder schwärmende Mikroorganismen überwuchert
In Apotheken, die Zytostatika aseptisch herstellen, ist eine mikrobiologische Überwachung der betrieblichen Umgebung (Arbeitsflächen, Werkbank, Hände des Personals) sowie die Kontrolle der Sterilität der verwendeten Verdünnungsmedien notwendig und dient der Prüfung der Keimbelastung von Oberflächen, der Prüfung der Händedesinfektion des Personals sowie der Umgebungsuntersuchung bei Kontaminationsverdacht.
Die Untersuchung findet als vierteljährliche Routinekontrolle sowie als Kontrolle nach Reparaturen und problematischen Ergebnissen aus Voruntersuchungen statt.
Die Probenahme erfolgt im Ruhezustand vor der Arbeit nach Flächendesinfektion, wobei die Werkbank mindestens 15 Minuten in Betrieb sein soll, außerdem im Betriebszustand während der Arzneimittelherstellung.
Für die Prüfung der Arbeitsoberflächen wird das feste Kulturmedium (Rodac-Platte) auf die zu untersuchende Stelle 10 Sekunden leicht und ohne diese zu verschieben aufgedrückt. Die Rodac-Platte hat eine Fläche von 25cm2, so dass für die Auswertung die Anzahl der Mikroorganismen pro Fläche angegeben werden kann.
Sedimentationsplatten werden geöffnet für 4 Stunden in der Werkbank aufgestellt, auf welche die in der Luft befindlichen Mikroorganismen sedimentieren und Kolonien bilden.
Für die Kontrolle der Verdünnungsmedien werden 10ml Flüssigkeit mittels Spritze in eine Kulturflasche gegeben. Vorher wird das Flaschenseptum desinfiziert.
Die Positionierung der Kulturmedien sowie die Probenart und Datum und Uhrzeit der Entnahme sind auf dem Probenbegleitschein zu protokollieren. Abdruckplatten und Sedimentationsplatten können bis zum Verfallsdatum im Kühlschrank gelagert werden, Deckel nach unten. Nach Probennahme müssen die Materialien so schnell wie möglich ins Labor geschickt werden und dürfen nicht weiter gekühlt werden.
Folgende Einflussgrößen und Störfaktoren können das Ergebnis beeinflussen:
- Nichtbeachtung des Haltbarkeitsdatums der Kulturmedien
- falsche Lagerung der Kulturmedien (Eintrocknung)
- falsche Abnahmetechnik
- Kondenswasser über die Platte gelaufen
- Platten durch schnell wachsende oder schwärmende Mikroorganismen überwuchert
- inadäquate Transportbedingungen
Die Untersuchung von Wasser aus Zahnbehandlungseinheiten erfolgt gemäß den Vorgaben des Robert Koch-Institutes, das die Untersuchung des Wassers der Behandlungseinheit einmal pro Jahr vorschreibt, und sollte nur von geschultem Fachpersonal durchgeführt werden.
Bestimmt werden
- die Gesamtkeimzahl durch Auszählen der koloniebildenden Einheiten (KBE) auf den ausgespatelten Platten und auf dem Filter
- die Identifizierung von Pseudomonas aeruginosa mittels mikrobiologischer Standardmethoden, andere gramnegative Stäbchen (insbesondere Enterobacteriaceae) werden ggf. im Befund angegeben, obgleich die Richtlinie die Untersuchung auf diese Bakterien nicht vorschreibt
- die Quantifizierung und Identifizierung der Legionellen.
Die notwendigen Röhrchen für die Proben werden den Einsendern zusammen mit dem Formblatt „Wasserproben“ zugeschickt.
Wichtig ist eine kontaminationsfreie Abnahme der Wasserprobe; vor Gewinnen der Wasserprobe das Wasser 20 Sekunden vorlaufen lassen, je nach Fragestellung auch länger.
Das Mindestprobenvolumen von 20 ml in einem sterilen Einwegröhrchen mit Schraubverschluss auffangen und innerhalb von zwei Stunden in das Labor transportieren. Falls Lagerung unumgänglich: maximal 4 Stunden bei +2 bis +8 °C.
Folgende Einflussgrößen und Störfaktoren können das Ergebnis beeinflussen:
- unsachgemäße Probengewinnung
- zu lange Transportzeit (mehr als 2 Stunden)
- zu hohe Transporttemperaturen
Die Untersuchung von Dialyseflüssigkeiten erfolgt gemäß den Vorgaben des Robert Koch-Institutes, das die Untersuchung des Permeats und des Dialysats halbjährlich vorschreibt.
Bestimmt werden
- die Gesamtkeimzahl durch Auszählen der koloniebildenden Einheiten (KBE) auf den ausgespatelten Platten und auf dem Filter
- die Identifizierung von Enterobacteriaceae und Pseudomonas aeruginosa mittels mikrobiologischer Standardmethoden.
Die Probenahme erfolgt gemäß den Herstellerangaben und wird nur von den Einsendern selbst unter Verwendung der vom Hersteller vorgegebenen Probengefäße durchgeführt. Die Proben sollen gekühlt (4-8°C) ins Labor transportiert werden. Die maximale Transportdauer beträgt 8 Stunden.
Folgende Einflussgrößen und Störfaktoren können das Ergebnis beeinflussen:
- unsachgemäße Probengewinnung
- zu lange Transportzeit (mehr als 2 Stunden)
- ungekühlter Transport