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| HYPOPHYSE | |
| Hypophyseninsuffizienz | |
kombinierter Hypophysenvorderlappen- (HVL-) Stimulationstest Insulin/LHRH/TRH-Stimulation: die Hypoglykämie stimuliert die ACTH- und STH-Sekretion hypothalamisch; die TSH- und Gonadotropin-Sekretion wird direkt hypophysär stimuliert. Prolaktin wird durch TRH und die Hypoglykämie stimuliert. kombinierter Releasinghormon- (RH-) Test (TRH / GHRH / CRH / LHRH) bei Kontraindikation gegen Insulingabe / Hypoglykämie oder rein hypophysären Störungen. |
Die Sekretion von STH ist meistens als erste Funktion des HVL eingeschränkt. Bei der Frau schließt ein normaler, ovulatorischer Zyklus eine HVL-Insuffizienz weitgehend aus. Bei V.a. Ausfall einer Hormonachse sollten alle anderen HVL-Funktionen auch kontrolliert werden. |
| Hypothalamisch-hypophysärer Hypercortisolismus (Morbus Cushing) | |
Ausschluss-Diagnostik Dexamethason-Hemmtest (Kurztest): Cortisol < 3 ug/dl. Diagnose-Sicherung freies Cortisol im 24-h-Sammelurin, Cortisoltagesprofil, ACTH im Plasma, CRH-Test. |
Patienten mit Depressionen, Stress, Infektionen sowie unter Kontrazeptiva können erhöhte Werte zeigen. Bei Diagnosesicherung Kontrolle der anderen HVL-Funktionen. |
| Hyperprolaktinämie | |
Ausschluss-Diagnostik Ein normales basales Prolaktin möglichst in drei Blutproben (z.B. im Abstand von 20 min abgenommen / BE 3 - 6 h nach dem Aufstehen) schließt eine manifeste Hyperprolaktinämie aus. Nachweis-Diagnostik Ausschluss einer medikamentös-induzierten Hyperprolaktinämie: Antidopaminerg wirksame Medikamente, Östrogene, Reserpin, gabaerg und serotoninerg wirksame Medikamente. Ausschluss einer Hypothyreose. Latente Hyperprolaktinämie: Metoclopramid-Test:Prolaktin 25 min nach 10 mg Metoclopramid > 130 ng/ml in Follikelphase und > 175 ng/ml in Lutealphase. Verlaufskontrollen (bei Prolaktinom) Kombinierter HVL-Test (Insulin/LHRH/TRH-Stimulation) 2 - 6 Wochen postoperativ. Jährliche Prolaktin-Kontrolle und ggf. der Tumorgröße, nach 5 Jahren rezidivfreiem Intervall: alle 2 - 3 Jahre Kontrolle. Während einer Schwangerschaft monatliche Prolaktinkontrollen und Prüfung des Gesichtsfeldes, ggf. MRT. |
Bei Zyklusstörungen / Amenorrhoe, Galaktorrhoe, Knick im Libidoverhalten. Prolaktin < 200 ng/ml: Mikroprolaktinom, Enthemmungshyperprolaktinämie bei stielnahen Tumoren, medikamentös bedingt, Hypothyreose, Palpation der Mamma. Prolaktin > 300 ng/ml: Beweis eines Prolaktinoms. Bei bestehenden erhöhten Prolaktinkonzentrationen sollte immer ein MRT der Sella durchgeführt werden. Bei Diagnosesicherung Kontrolle der anderen HVL-Funktionen. |
| Wachstumshormon- (STH-) Exzess (Akromegalie / Gigantismus) | |
Ausschluss-Diagnostik STH < 1 ng/ml (basal oder durch orale Glukosegabe 100g p. o., nüchtern supprimierbar) schließt eine Akromegalie / Gigantismus aus (nicht bei Diabetes mellitus durchführbar). Diagnose-Sicherung Fehlende Suppression des STH unter 1 ng/ml im oGTT in mindestens einem Wert; zusätzlich liegen erhöhte IGF-I-Konzentrationen vor. Verlaufskontrolle / postoperativ STH basal, ggf. oGTT, IGF-I, GHRH-Test, LHRH-/TRH-Test. |
Weder können niedrige Werte zwischen 1 und 5 ng/ml eine autonome STH-Sekretion ausschließen, noch deutlich überhöhte STH-Werte eine Autonomie beweisen. Bei Diagnosesicherung Kontrolle der anderen HVL-Funktionen. Wegen häufig gestörtem Glukosestoffwechsel ist ein Insulinhypoglykämietest nicht sinnvoll. |
| Wachstumshormon- (STH-) Mangel | |
Ausschluss-Diagnostik STH basal: bei einem Serumspiegel über 10 ng/ml wird ein STH-Mangel allgemein ausgeschlossen. Ausschluss- oder Diagnosesicherung Exercise-Test: STH (morgens nüchtern) nach 20 min körperlicher Bewegung (Treppensteigen oder Fahrradergometer mit 2 W/kg Körpergewicht) bestimmt. STH im Nachtprofil GHRH-Stimulation: 1 ug/kg Körpergewicht i.v. Insulinhypoglykämie-Test mit Bestimmung von Glukose, STH und Cortisol (Glukoseabfall um 50% des Ausgangswertes bzw. unter 40 mg/dl erforderlich).Nur bei kontinuierlicher Überwachung! Kontraindikationen beachten! Arginin-Stimulationstest, evtl. in Kombination mit LHRH und TRH. |
Maximaler STH-Anstieg > 10 ng/ml schließt einen STH-Mangel aus. Ein Anstieg auf STH-Werte zwischen 5 und 10 ng/ml wird bei Kindern als partieller STH-Mangel bezeichnet. Vermindertes STH-Integral bei hypothalamischem STH-Defizit z.B. der sog. konstitutionellen Entwicklungsverzögerung. Zum sicheren Nachweis eines STH-Mangels sind 2 Standardtests notwendig. |
| HYPOTHALAMUS | |
| Diabetes insipidus bei ADH-(Arginin Vasopressin) Mangel | |
Ausschluss-Diagnostik Eine basale morgendliche Urin-Osmolalität über 800 mOsmol/kg ohne vorherige Flüssigkeitsaufnahme und eine Serum-Osmolalität unter 285 mOsmol/kg sprechen für eine primäre Polydipsie. Diagnose-Sicherung Durstversuch mit Bestimmung der Serum- und Urin-Osmolalität, des Natriums und des Körpergewichts. Kriterien: ein maximaler Wert der Urin-Osmolalität unter 400 mOsmol/kg bei einem Gewichtsverlust, der der Urinmenge entspricht, spricht für einen Diabetes insipidus. |
Patienten mit Diabetes insipidus konzentrieren ihren Urin nicht über die Serum-Osmolalität hinaus, wenn ein kompletter ADH-Mangel vorliegt. Eine Urin-Osmolalität zwischen 400 und 800 mOsmol/kg wird oft bei psychogener Polydipsie erreicht. Eine Hyperglykämie, Hypokalzämie, Hypokaliämie und chronisch polyurische Nierenerkrankung sollten ausgeschlossen werden. |
| Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH) | |
Ausschluss-/Nachweisdiagnostik Serum- und Urinosmolalität, Natrium und Flüssigkeitsbilanz, evtl. ADH. |
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| NEBENNIERENRINDE | |
| Hypercortisolismus (Cushing-Syndrom) | |
Ausschluss-Diagnostik Dexamethason-Hemmtest (Kurztest): Cortisol < 3 ug/dl. Diagnose-Sicherung freies Cortisol im 24-h-Sammelurin, Cortisoltagesprofil, ACTH im Plasma. Differentialdiagnose Cortisol um 24 h. Hochdosierter Dexamethason-Kurztest: wie oben, jedoch 8 mg Dexamethason gegen 24 Uhr oral. ACTH am Basistag und nach Suppression. |
Patienten mit Depressionen, Stress, Infektionen sowie unter Kontrazeptiva können erhöhte Werte zeigen. Bei NNR-Adenom/Karzinom keine Suppression des Cortisols; ACTH niedrig. Ektopes ACTH: ACTH sehr hoch, meist keine Suppression. Bei hypophysärem M. Cushing signifikante Suppression des Cortisols; ACTH basal normal bzw. erhöht. |
| Nebenniereninsuffizienz (M. Addison) | |
Ausschluss- und Nachweis-Diagnostik ACTH-Kurztest: Blutentnahme zur basalen Cortisolbestimmung, danach 250 ug Synacthen i.v.. Nach 30 und 60 min Blutentnahme für Cortisol. Kriterium: Anstieg ausgehend von einem Cortisol-Normwert um mindestens 10 ug/dl. |
Neben Cortisol zusätzlich ACTH im Plasma prüfen. Auch bei gut eingestelltem M. Addison-Patienten ist ACTH noch meist leicht erhöht. |
| Adrenogenitales Syndrom (AGS) Adrenaler kongenitaler 21-Hydroxylase-Mangel | |
Ausschluss-Diagnostik 17-OH-Progesteron (17-OHP) im Serum perinatal ab 3. Lebenstag: < 600 ng/dl (bei reifen gesunden Neugeborenen). Nachweis-Diagnostik Insbesondere bei basalem 17-OHP-Spiegel unter 1000 ng/dl: ACTH-Kurztest: 0,25 mg Synacthen i.v. morgens nüchtern. Renin zur Sicherung des Salzverlustsyndroms (massiv erhöht!). Nachweis einer möglichen Heterozygotie: ACTH-Test. Bezugsparameter: 17-OHP und 11-Desoxycorticosteron (DOC).Kriterium: 17-OHP Anstieg über 250 ng/dl bzw. stim. Quotient 17-OHP/DOC über 12. Diagnostik der zugrundeliegenden Erkrankung Bei nachgewiesenem 21-Hyxdroxylase-Defizit HLA-Typisierung von Patient, Eltern und Geschwistern. Molekulargenetische Bestätigung gelingt in ca. 75%. Differentialdiagnosen NNR-Tumor, androgenbildender Gonadentumor, Pubertas praecox vera beim Knaben. Verlaufskontrolle: 17-OHP im Plasma, evtl. Pregnantriol im 24-h-Urin, Renin im Plasma, Na und K im 24-h-Urin zur Überwachung des Salzverlustes. |
Bei klassischen Formen des AGS häufig stark erhöhte basale 17-OHP-Konzentrationen, zusätzlich Cortisol evtl. 11-Desoxycortisol, DOC, DHEAS, Androstendion bestimmen. Pränatale Diagnostik 14. - 16. SSW im Fruchtwasser. Evtl. ACTH-Test: Erhöhte Response Hinweis auf 11-ß-Hydroxylase-Störung. |
| Adrenogenitales Syndrom (AGS) 11-ß-Hydroxylase-Defekt | |
21-Hydoxylase-Defekt: Erhöhung der Konzentration des basalen und/oder stimulierten 17-OH-Progesterons, des Testosterons und des Androstendions. |
Quotient 17-OH-Pregnenolon / 17-OHP nach ACTH >= 2,0. |
| Adrenogenitales Syndrom (AGS) 3-ß-Hydroxy-Steroid-Dehydrogenase-Defekt | |
11-Hydroxylase-Defekt: Erhöhung von 11-Desoxycortisol, Desoxycorticosteron sowie Androstendion und Testosteron. 3ß-Hydroxysteroid-Dehydrogenase-Defekt: Erhöhung von Pregnenolon, 17-OH-Pregnenolon sowie DHEAS. |
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| Hyperaldosteronismus | |
Ausschluss-und Nachweis-Diagnostik Morgens Aldosteron im Serum und Renin im Plasma. Aldosteron im 24-h-Urin (als Aldosteron-18-Glucoronid). Natrium und Kalium (Serum und Urin). Orthostase-Test: 8:00 Uhr Blutentnahme in Ruhephase (Renin, Aldosteron evtl. 18 OH-Corticosteron). Nach 2 h Orthostase (herumlaufen) erneute Blutentnahme für die gleichen Hormone. Differential-Diagnose Orthostase-Test: Beim primärem Hyperaldosteronismus Renin niedrig und kaum ansteigend. Aldosteron und 18-OH-Corticosteron basal erhöht und nach Orthostase abfallend. Beim „idiopathischen“ Hyperaldosteronismus: Renin niedrig, jedoch leicht ansteigend. Aldosteron hochnormal und wie 18-OH-Corticosteron nach Orthostase ansteigend. Lokalisations-Diagnostik Neben bildgebenden Verfahren im Zweifelsfall seitengetrennte Blutentnahme aus den Nebennierenvenen zur Bestimmung von Aldosteron, 18-OH-Corticosteron (und Cortisol als Lagekriterium des Katheters in der NNV). |
Diuretika, die eine Hypokaliämie bewirken, gehen mit einem sek. Hyperaldosteronismus einher. Für alle Untersuchungen durchschnittliche NaCl-haltige Diät einhalten. Störende Medikamente (ACE-Hemmer, ß-Blocker, Spironolacton, Diuretika) mindestens 2 Wochen vor dem Test absetzen. |
| NEBENNIERENMARK | |
| Phäochromocytom | |
Ausschluss-Diagnostik Katecholamine (Adrenalin/ Noradrenalin im 24-h-Urin evtl. zusätzlich Metanephrine und Vanillinmandelsäure (VMS)). Nachweis-Diagnostik Katecholamine, Metanephrine und VMS im 24-h-Urin. Katecholamine im Blut. Clonidin-Test. |
Medikamente 24 h vorher absetzen. Restunsicherheit von ca. 10% (falsch negative Fälle). Bei Kreatinin-Clearence < 30 ml/min falsch negative Werte. |
| MÄNNLICHE GONADEN | |
| Hypogonadismus | |
Ausschluß-Diagnostik Bei Testosteron-Konzentrationen > 400 ng/dl ist ein Hypogonadismus unwahrscheinlich. FSH: bei V.a. Fertilitätsstörungen Aussage über die Spermatogenese. Prolaktin: bei Potenzstörungen. Differential-Diagnostik hCG-Test: Abklärung Kryptorchismus-Anorchie. Bestimmung von Testosteron basal und 72 h nach 5.000 IU hCG i.m. LH/RH-Test: Differenzierung niedrig normaler Gonadotropinwerte und pathologisch niedriger LH- und FSH-Konzentrationen. Differenzierung zwischen konstitutioneller Pubertas tarda und hypogonadotropem Eunuchoidismus: bei Fehlen klinischer Pubertätszeichen spricht ein LH- und FSH-Anstieg für eine konstitutionelle Pubertas tarda. Chromosomenanalyse: bei Verdacht auf Klinefelter-Syndrom und intersexuellen Krankheitsbildern. |
Circadiane Rhythmen beachten. Zur LH-/FSH-Bestimmung möglichst Poolserum einschicken (3 Blutproben im Abstand von je 20 min). LH/RH-Test bei basal erhöhten Gonadotropinen diagnostisch wertlos. Es kann nicht zwischen hypothalamischem und hypophysärem Hypogonadismus differenziert werden, wenn ein Anstieg der Gonadotropine im LH/RH-Test ausbleibt. |
| Gynäkomastie | |
LH, FSH, ß-hCG, AFP, Testosteron, Östradiol und Prolaktin. |
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| Pubertas präcox | |
Nachweis-Diagnostik Zentrale/hypothalamische Pubertas präcox: Pubertär erhöhte LH- (und FSH-) Spiegel im LH/RH-Test, Östradiol und Testosteron im pubertären Bereich. Periphere (gonadale oder adrenale) Pseudopubertas präcox: Präpubertär niedrige, im LH/RH-Test nicht oder nur subnormal ansteigende LH- und FSH-Spiegel und deutlich über der Norm liegende Östradiol-, Testosteron-, Androstendion- und DHEAS-Spiegel. |
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| Pubertas tarda Pubertät um mehr als 2,5 SD gegenüber dem normalen Mittelwert verzögert | |
Diagnostik der zugrundeliegenden Erkrankung LH/RH-Test: zur Differenzierung einer gonadalen von einer hypophysär/hypothalamischen Störung. hCG-Test: Differenzierung Anorchie/Leydigzell-Insuffizienz. Chromosomenanalyse: bei Verdacht auf Gonadendysgenesie. |
Der LH/RH-Test ist nicht geeignet zur Unterscheidung einer konstitutionellen Pubertas tarda und einem permanenten hypothalamischen (hypogonadotropen) Hypogonadismus. |
| GYNÄKOLOGIE | |
| Amenorrhoe | |
Untersuchung nach dem WHO-Schema |
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| Sterilität | |
Amenorrhoe s. WHO-Schema Bei normalem Zyklus: Überprüfung der Corpus Luteum-Phase mit drei Progesteron-Bestimmungen in 3 - 4tägigen Abständen. Mindestens zwei Resultate sollen über 1000 ng/l liegen. Prolaktin und Progesteron/Östradiol-Verhältnis (22. Zyklustag). Bei Androgenisierung: Testosteron, DHEAS, Androstendion, SHBG und Prolaktin, evtl. Schilddrüsenhormone. |
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| Androgenisierung | |
mit regulären Zyklen: Testosteron, DHEAS mit irregulären/anovulatorischen Zyklen: Testosteron, DHEAS, Androstendion und SHBG bei Frauen unter 20 Jahren: 17-Hydroxyprogesteron Anovulation/Oligomenorrhoe (nach Ausschluss anderer Ursachen!): Testosteron, LH/FSH-Quotient, DHEAS, evtl. Androstendion, Prolaktin. bei 21-Hydroxylase-Defizit bzw. “Late onset”-AGS: 17-OH-Progesteron ACTH-Stimulationstest: 17-Hydroxyprogesteron und Cortisol. Der Test deckt disproportionale Freisetzung des 17-OH-Progesterons im Vergleich zum Cortisol auf. |
Hinweise auf tumorbedingte Androgenämie: adrenal: DHEAS > 800 ug/dl Testosteron > 200 ng/dl ovariell: Testosteron > 200 ng/dl Androstendion extrem erhöht DHEAS leicht erhöht |