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Masern 2017 – bereits mehr Infektionen als im Jahr 2016
07.07.2017 10:01 Alter: 80 Tag(e)
Kategorie: News

Östradiol unter antiendokriner Therapie bei Mammakarzinom


Die antihormonelle Therapie des Mammakarzinoms richtet sich nach dem Menopausenstatus der Patientin. Bei der prämenopausalen Patientin wird meist eine 5-10-jährige Therapie mit Tamoxifen und/oder GNRH-Analogon empfohlen, bei postmenopausalen Patientinnen hauptsächlich eine Behandlung mit einem Aromataseinhibitor (AI). 

Dementsprechend kommen für die perimenopausale Patientin häufig beide Therapieoptionen (die sogenannte „Switch-Therapie“) in Frage: Ein AI kann beispielsweise anstelle von Tamoxifen bei zunächst prämenopausaler Patientin optional eingesetzt werden, wenn sie postmenopausal wird (s. AGO Guidelines Breast, Version 2016: http://www.ago-online.de/fileadmin/downloads/leitlinien/mamma/Maerz2016/en/Updated%20Guidelines_2016.pdf).

Der Eintritt in die Menopause wird bei der amenorrhoeischen Patientin durch mehrfache Bestimmung von FSH und Östradiol diagnostiziert: Sollten sich in mehreren aufeinanderfolgenden Messungen mit einem Abstand von 3-6 Monaten die FSH-Werte konstant erhöht und der Östrogenspiegel unterhalb der Nachweisgrenze zeigen, kann von einem Postmenopausenstatus ausgegangen werden. Sollte bei diesen Patientinnen aufgrund des Hormonstatus der Switch von Tamoxifen auf einen Aromataseinhibitor erfolgen, wäre für mindestens 6 Monate nach Beginn der AI-Gabe eine engmaschige Kontrolle des Menopausenstatus zu empfehlen, da es unter AI zu einer Reaktivierung der Ovarien mit einhergehender Östrogenproduktion kommen kann (Henry NL et al. Predictors of recovery of ovarian function during aromatase inhibitor therapy. Ann Oncol. 2013;24(8):2011).

Eine rein klinische Beurteilung hinsichtlich einer möglicherweise wiederauftretenden Menses ist unzureichend und kann zu einer Verschlechterung des Outcomes führen.

Östradiolbestimmung unter Fulvestrant-Therapie

Das Antiöstrogen Fulvestrant, das bei postmenopausalen Frauen eingesetzt wird, kann die Messung des Östradiol-Levels beeinflussen: Durch die Kreuzreaktivität mit Östradiol können sich erhöhte Östradiol-Level in der Messung per ELISA zeigen. Deshalb sollte der gemessene Östradiolwert unter Fulvestrantgabe vorsichtig beurteilt werden. Sollte klinisch der Verdacht auf eine Beeinflussung bestehen, empfiehlt sich zur Kontrolle eine Bestimmung mittels LCMS (Flüssigkeitschromatographie/Massenspektrometrie).

Progesteronbestimmung unter DHEA-Therapie

Wir möchten an dieser Stelle auch auf eine andere, ebenfalls eher seltene Interaktion hinweisen: DHEA kann den Progesteronspiegel beeinflussen – die Progesteronwerte können höher ausfallen. Diese Konstellation stört allerdings selten den klinischen Alltag, muss aber ggf. bei Kinderwunschtherapie mit begleitender DHEA-Gabe berücksichtigt werden, da hier die Progesteronwerte für die Entscheidung zum Embryo-Frischtransfer herangezogen werden. Der Progesteronwert lässt sich mittels LCMS kontrollieren.